Was ist Angora und wie wird es gewonnen?

Die Angorawolle gehört zu den exklusivsten Wollsorten der Welt. Allerdings geht es gerade bei diesem Produkt darum, ganz genau hinzuschauen, woher Pullover oder Schals stammen und wie die Produktion erfolgt, denn: Vor allem Angorawollprodukte aus China sind der Inbegriff für Tierquälerei. Nachhaltige und würdige Züchtung, die alle Regeln des Tierschutzes beachtet, führt jedoch zu Produkten, die exklusiver und schöner nicht sein könnten.

Das Angorakaninchen gehört gemeinsam mit Fuchs- und Zwergfuchskaninchen sowie Jamora zu den Langhaarrassen – charakteristisch ist dabei vor allem das Fell: Lange ständig nachwachsende Wolle bildet hier die Grundlage für die industrielle Weiterverarbeitung, wobei vor allem die Haarbüschel an den Ohren ein Markenzeichen des Angorakaninchens sind.

Je nachdem, wo die Tiere gezüchtet werden, entwickeln die Angorakaninchen eine spezielle Haarstruktur – in Frankreich oder in der Schweiz setzt man auf etwas gröbere Strukturen. In Deutschland oder Österreich sind die feinen (und damit die hochwertigsten) Angorafasern beliebt. Deutsche Zuchttiere geben rund 1.300 Gramm Wolle in durchschnittlich 25 Zentimeter langen Haaren ab. Die Haare des Fells werden nach 4 Monaten überreif und werden durch Auskämmen, Schur aber auch durch qualvolles „Abzupfen“ bei lebendigem Leib gewonnen. Diese gezupfte Wolle wird zu langhaariger Handarbeitswolle verarbeitet.

Herkunft der Angorawolle

Ursprünglich stammt das Angorakaninchen aus der Türkei – genauer gesagt, aus der türkischen Provinz Angora bei Ankara. Das erklärt auch den Namen. Den Weg zu uns fanden Angorakaninchen dabei über England, wo sie vor 300 Jahren zum ersten Mal Erwähnung fanden. Seitdem ist viel passiert.

Mittlerweile findet man die süßen Tierchen, die früher auch unter dem Namen „Seidenhase“ oder „Kaschmir-Kaninchen“ bekannt waren, in immer mehr deutschen Zuchteinrichtungen, die sich auf die Gewinnung der exklusiven Wolle spezialisiert haben. Dennoch bleibt die Züchtung von Angorakaninchen ein Nischenmarkt.

Eigenschaften der Angora Wolle

Das Besondere an Angorawolle ist nicht nur der weiche und flauschige Touch, der bei jeder Berührung mit der Haut ein wohliges Gefühl erzeugt – viel mehr ist es die Beschaffenheit, die hier ausschlaggebend ist:

  • Angorafasern sind innen hohl.
  • Aufgrund des hohlen Körpers können Sie Wärme ideal speichern, weshalb der Einsatz bei Winterkleidung weit verbreitet ist.
  • Zusätzlich speichern Angorafasern Feuchtigkeit – und zwar in Höhe von bis zu 60 Prozent des Eigengewichts (was eine ganze Menge ist) und geben sie langsam wieder nach auĂźen ab.

Nutzung der Angora Wolle

Angora Wolle ist – nach den Einbrüchen in den 50er und 60er Jahren – heute wieder sehr gefragt. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, woher der Zwirn stammt, um sicherzustellen, dass die Gewinnung den Tierschutz nicht außer Acht lässt (wie es beispielsweise in China der Fall ist).